Interview mit Dr. Risch

Herr Dr. Risch, Sie haben als erste Praxis das erste Microdosis Mammographiegerät in Deutschland in Betrieb genommen. Was hat Sie dazu bewogen, Pionierarbeit zu leisten und das neue System in Ihr Leistungsspektrum aufzunehmen?



Dr. Risch:
Das neue digitale Mammographiesystem hat uns einfach überzeugt. Dank seiner sehr guten Bildqualität und der stark reduzierten Strahlendosis erlaubt das Gerät eine ausgesprochen patientenschonende Untersuchung und bietet zugleich größtmögliche Sicherheit. Außerdem trägt es zu einer weiteren Optimierung unserer Arbeitsabläufe bei. So können wir u. a. die Bilder bereits unmittelbar nach der Aufnahme auf dem Bildschirm begutachten - auf diese Weise bleibt dem Patienten z. B. langes Warten auf den Befund erspart. In Bezug auf apparative Innovationen haben wir aber schon immer eine Vorreiterrolle eingenommen. Dabei liegt unserer Offenheit gegenüber hochmodernen Technologien das Bestreben zugrunde, unseren Patienten stets die bestmögliche medizinische Betreuung zu bieten. So war unsere Praxis z. B. auch die erste Röntgenpraxis in Deutschland, die  die digitale Vollfeld-Mammographie als Standardleistung eingeführt hat.

Zusammen mit Ihren Kollegen führen Sie jährlich mehr als 10.000 Mammographien in Ihrer Praxis durch. Teilen Sie die Meinung der Deutschen Krebshilfe, dass die Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung Leben retten kann?
Dr. Risch:
Ja. Ein bösartiger Tumor der Brust, der in einem frühen Stadium erkannt wird, kann in neun von zehn Fällen geheilt werden. Hier kommt der Mammographie eine zentrale Bedeutung zu: Mit ihr können bereits kleinste Veränderungen der Gewebestruktur aufgespürt werden, lange bevor eine Verhärtung oder ein Knoten ertastet wird. Zudem leistet sie bei der Beurteilung von unklaren Befunden wertvolle Dienste. Wichtig ist, dass die Untersuchung mit modernen Apparaturen erfolgt, die wenig belastend sind und über die technischen Voraussetzungen verfügen, um Fehldiagnosen zu vermeiden. So können wir mit der Microdosis Mammographie z. B. Verdichtungen der Brust gut von einem bösartigen Tumor abgrenzen. Gerade dies ist mit der konventionellen Mammographie, bei der die Aufnahme der weiblichen Brust auf einem Röntgenfilm abgebildet und vom Arzt vor einer Lichtquelle begutachtet wird, schwierig zu bewerten.

Sind Röntgenstrahlen nicht gefährlich?
Dr. Risch:
Jede Röntgenuntersuchung bedeutet prinzipiell eine zusätzliche Strahlenbelastung. Jahrelange Studien haben jedoch gezeigt, dass der Nutzen, Brustkrebs frühzeitig entdecken zu können, deutlich höher ist als das Risiko, durch die Mammographie an Krebs zu erkranken. Außerdem zeichnen sich die neuen Verfahren gegenüber der konventionellen Mammographie nicht nur durch eine herausragende Bildqualität, sondern auch durch eine deutliche Verringerung der Strahlenbelastung aus.

Welche Frau sollte eine Mammographie durchführen lassen?
Dr. Risch:
Früher wurde empfohlen, dass eine Basis-Mammographie bei allen Frauen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr zum ersten Mal durchgeführt und dann alle zwei Jahre wiederholt werden sollte. Inzwischen wird das Mammographie-Screening angeboten - allerdings erst ab dem 50. Lebensjahr. Weil jedoch zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr etwa 30 Prozent der Neuerkrankungen auftreten, wünschen sich viele Frauen eine erste Basis-Mammographie bereits ab dem 40. Lebensjahr. Sollten unsere Patientinnen dazu Frage haben, beraten wir sie gerne ausführlich dazu.

Nach der Durchführung einer Basis-Mammographie können bei einer neuerlichen Mammographie die aktuellen Bilder mit den älteren verglichen werden, um mögliche Veränderungen zu erkennen bzw. deren Verlauf zu beurteilen. Eine Frau, deren Mutter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt ist, sollte nach der Basisuntersuchung jährlich eine weitere Mammographie durchführen lassen. Sie sollte auch immer dann erfolgen, wenn ein Knoten in der Brust getastet wird oder unklare Schmerzen aufgetreten sind. Ganz wichtig ist eine Mammographie auch für Frauen nach den Wechseljahren, da das Brustkrebsrisiko ab diesem Alter deutlich zunimmt.