"Ein Tumor lässt sich mithilfe einer Mammographie wesentlich früher erkennen als etwa allein durch das Tasten. Für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, kann dies über Leben und Tod entscheiden", lese ich eines Tages in einem Fachartikel der Deutschen Krebshilfe. Und da ich weiß, dass Brustkrebs in den westlichen Industrienationen die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist, gebe ich mir einen Ruck und lasse mir einen Termin für eine Mammographie geben …
Von Dr. Nicole Schaenzler
Es gibt wohl kaum eine Frau, die das Thema »Brustkrebs« unberührt lässt – schon das Bewusstsein, zumindest statistisch gesehen ab einem gewissen Alter zur Risikogruppe zu gehören, bereitet Unbehagen, wenn nicht sogar Angst. Solange die Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs nicht genau bekannt sind, ist es auch nicht möglich, sich vor der Erkrankung wirksam zu schützen. Immerhin sind die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten heute besser denn je: In neun von zehn Fällen kann Brustkrebs durch die operative Entfernung des Tumors geheilt werden – und dies meist unter Erhaltung der betroffenen Brust. Voraussetzung ist, dass er in einem frühen Stadium erkannt wird.
Hierfür steht ein Verfahren zur Verfügung, das derzeit als beste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs gilt: die Mammographie. Nach Meinung der Experten sollte sich jede Frau ab dem 40. Lebensjahr in ein- bis zweijährigen Abständen einer Mammographie unterziehen – derzeit nimmt aber nur etwa jede dritte Frau die Mammographie zur Vorsorge in Anspruch. Ich bin eine Frau, das 40. Lebensjahr liegt schon einige Zeit hinter mir – ich sollte eigentlich nicht länger zögern. Also melde ich mich im Münchner Zentrum für Microdosis Mammographie bei dem Radiologen Dr. Michael Risch an, um meine erste Mammographie durchführen zu lassen.
Grundsätzliche Überlegungen
Als ich einige Tage später im geschmackvoll gestalteten Wartezimmer der Praxis sitze, überkommt mich plötzlich ein mulmiges Gefühl: Was erwartet mich genau? Wird die Untersuchung weh tun? Und vor allem: Ist die Strahlenbelastung nicht gefährlich? »Prinzipiell bedeutet jede Röntgenuntersuchung eine zusätzliche Strahlenbelastung«, erklärt mir Dr. Risch später. »Jahrelange Studien haben jedoch gezeigt, dass der Nutzen, Brustkrebs frühzeitig entdecken zu können, deutlich höher ist als das Risiko, durch die Mammographie an Krebs zu erkranken. «Zudem habe ich mich ja bewusst für die Microdosis Mammographie entschieden. Und zwar vor allem deshalb, weil ich erfahren habe, dass hier eine neuartige Detektortechnologie zum Einsatz kommt, welche die Strahlenbelastung deutlich verringert – sie soll bis zu 50 Prozent unter derjenigen der herkömmlichen Mammographie liegen.
Die Untersuchung
Meine Angst vor Schmerzen während der Untersuchung erweist sich ebenfalls als unbegründet. Ich muss nicht lange warten, bis ich von der freundlichen Röntgenassistentin Frau Walz ins Untersuchungszimmer geführt werde. Zunächst bittet Frau Walz mich um Verständnis: Eine kurzzeitige Komprimierung meiner Brüste sei für eine genaue Befunderhebung unerlässlich. Diese Aufklärung macht es mir noch leichter, das erwartete unangenehme Gefühl in Kauf zu nehmen. Mit frei gemachtem Oberkörper stelle ich mich nun vor das Mammographiegerät und warte gespannt darauf, wie es weitergeht. Zunächst wird eine Brust zwischen zwei Plexiglasscheiben ausgestrichen, wobei ich immer wieder um Rückmeldung gebeten werde, ob der Grad der Komprimierung für mich (noch) in Ordnung sei. Kein Problem – so unangenehm ist es gar nicht. Von Schmerzen kann keine Rede sein. Die Aufnahmen – und zwar von oben und von der Seite – dauern, wie mir scheint, jeweils nur wenige Sekunden. Es folgt die gleiche Prozedur mit der anderen Brust – und dann liegen die Aufnahmen auch schon vor. So unspektakulär hatte ich mir die Untersuchung eigentlich nicht vorgestellt. Natürlich tragen auch die fast schon privat anmutende Atmosphäre der Räumlichkeiten und die zuvorkommende, einfühlsame Betreuung wesentlich dazu bei, dass ich mich gut aufgehoben fühle.
Das ärztliche Gespräch
Während ich noch einmal für einen kurzen Moment ins Wartezimmer gebeten werde, zieht sich Dr. Risch zur Auswertung der Aufnahmen in sein Büro zurück. Wieder spüre ich die Anspannung: Was ist, wenn sich ein verdächtiger Befund ergibt? »Alles in Ordnung«, lautet einige Minuten später Dr. Rischs erlösende Diagnose. Er erklärt mir die Aufnahmen und zeigt mir, dass mit der digitalen Microdosis Mammographie bereits kleinste Veränderungen der Gewebestruktur unabhängig von ihrer Dichte aufgespürt werden können. »Dies macht die Brustkrebsfrüherkennung noch effizienter und sicherer«, so Dr. Risch. Zum Abschluss rät er mir, auch in Zukunft die monatliche Selbstuntersuchung der Brust nicht zu vernachlässigen und mögliche Veränderungen umgehend ärztlich abklären zu lassen. Außerdem sei es wichtig, in eineinhalb bis zwei Jahren eine Kontrollmammographie durchführen zu lassen. Mit dem festen Vorsatz, diese wichtige Früherkennungsuntersuchung auf jeden Fall wahrzunehmen, verlasse ich beruhigt und entspannt die Praxis.
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